com! online, Januar 2002

Wer die Wahl hat...

Über 100 Anbieter lassen sich auf Versicherungs-Portalen im Web vergleichen. Doch nur wer mehrere Plattformen checkt, findet das optimale Preis-Leistungsverhältnis.

Rund 250 Milliarden Mark geben die Deutschen jedes Jahr für Versicherungen aus. Bei der Auswahl ihrer Verträge vertrauen die Verbraucher meist auf die Vertriebsmitarbeiter der Gesellschaften. Nur etwa zwei bis drei Prozent aller Verträge werden über das Internet abgeschlossen. Doch das dürfte sich ändern. Wer bei der Suche nach der günstigsten Police auf das Netz setzt, spart in aller Regel Geld.

"Bei Ino24 finden Sie den optimalen Versicherungsschutz zum optimalen Preis aus einem Angebot von 340 Versicherern", verspricht Friedhelm Rothweiler, Marketing-Vorstand der Ino24 AG (www.ino24.de). Bernhard Rapp, Chef des im Juni gestarteten Online-Maklers Quinner (www.quinner.de), stellt eine jährliche Ersparnis von 800 bis 1200 Mark pro Haushalt in Aussicht. Versicherungs-Portale wie Ino24 oder Quinner vergleichen online Hunderte von Verträgen und zeigen die preiswertesten Angebote an. Oft kann der Vertrag am Bildschirm abgeschlossen werden – bei Ino24 sogar in Echtzeit. Die Risikoprüfung erfolgt online, die Police wird per E-Mail zugestellt. Reine Internet-Versicherungen wie Ineas (www.ineas.de) oder HUK 24 (www.huk24.de) versprechen von vorne herein die günstigsten Tarife.

Newcomer Quinner zählt dabei bislang noch zu den Maklern mit der geringsten Anbieterbreite. In seiner Datenbank sind nur die Daten von sieben Gesellschaften enthalten – zu wenig, um in die Vergleichstabelle mit aufgenommen zu werden. Mangels konkreter Zahlen wurde auch www.versicherungsladen.de für die Übersicht nicht berücksichtigt. Eigenen Angaben zufolge basieren seine Produktvorschläge auf einer Vorauswahl unter 120 Gesellschaften. Konkurrenten wie Insurancecity, Asuro oder Ino24 haben dagegen für viele Sparten jeweils rund hundert Versicherungen unter Vertrag.

Das Geschäft der Online-Makler verlief dennoch bislang eher schleppend. Die ersten Unternehmen sahen sich schon wieder zur Aufgabe gezwungen. Im Frühjahr stellte Compaer.de den Betrieb ein, Onsecure ließ sich von Quinner, einer Tochter der britischen Prudential-Versicherung übernehmen. Auch der im Mai 2000 gestartete Makler Censio steht möglicherweise vor dem Aufgeben. Als Reaktion auf die "hinter den Erwartungen zurück-gebliebenen Ergebnisse" will das junge Unternehmen etwa 80 von 190 Mitarbeitern entlassen und auf den Internet-Vertrieb vorerst verzichten. Trotz vieler Besucher sei die Zahl der Internet-Direktabschlüsse gering gewesen....