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WebWelt, 17/01/2001
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Netz macht Risikoabdeckung billiger Drei reine Web-Versicherer bieten ihre Dienste an - Kunden müssen sich aber selbst helfenVon Kirsten Huthmann Mit Mamax, Huk24 und Ineas sind in den letzten Monaten die ersten drei reinen Internet-Versicherer an den Start gegangen. Im Unterschied zu herkömmlichen Versicherern, bei denen Kunden auch schon online abschließen können, bieten sie ihre Policen ausschließlich über das Internet an, verzichten auf Filialen, Beratung und Außendienst - und wollen die dadurch gewonnenen Preisvorteile an ihre Kunden weiter geben. Die Kostenersparnis ist immens: So spricht etwa Huk24 von Online-Tarifen, die 30 Prozent unter dem normalen Niveau liegen. Mit diesen Preisen stehen die Internet-Versicherer in direkter Konkurrenz zu den preisgünstigen Direktanbietern, die ihr Geschäft mittels Telefon, Post und seit neuestem auch über das Internet betreiben. Doch nicht nur geringere Kosten, auch die höhere Transparenz durch das Web sollen die Versicherten langfristig überzeugen. So gewährt etwa die Mamax Einblick in die Tarifgestaltung ihrer Rentenpolice: Dort erfährt der Versicherte also genau, welche Anteile seiner Prämie in den Sparvertrag fließen, für die Unternehmenskosten draufgehen und für den Risikoteil zurückgelegt werden. In einer "Private Domain" bei Ineas kann der Kunde seinen kompletten Policenbestand verwalten. Und von jedem Anbieter bekommt er reichlich Hilfsmittel an die Hand, um sein persönliches Risikoprofil zu berechnen.
Internet-Versicherer wenden sich an Kunden, die auf Beratung verzichten können. Stattdessen kommt das Web als Informationsmedium zum Zuge, wobei der Interessent sich selbstverständlich Rat und Meinung von ganz unterschiedlichen Sites holen soll, bevor er dann beim Anbieter seiner Wahl abschließt. Die Internet-Assekuranz selbst berät nicht. Da muss der Kunde schon selbst wissen, wie er seinen Versicherungsschutz aufbauen sollte - ganz analog dem Online-Wertpapiergeschäft. Auch halten etwa Huk24 und Ineas bewusst kein Call-Center bereit: Schließlich spart es weitere Kosten, wenn die Interessenten nur via Online-Formular mit dem Versicherer kommunizieren können. Als Erster startete im Frühjahr 2000 Ineas als bisher einziger konzernunabhängiger Versicherer im deutschen Netz. Bei den Niederländern können derzeit Haftpflicht-, Hausrat-, Unfall- und Kfz-Policen abgeschlossen werden. Diese Policen sind Standardpakete, an denen Vermittler nicht groß verdienen können und für die kaum Beratungsbedarf besteht. Pluspunkt des Online-Vertriebs: Bei der Kfz-Police etwa kommt die benötigte Doppelkarte gleich aus dem heimischen Drucker, der Versicherungsschutz beginnt sofort. Die Huk-Coburg-Tochter Huk24 wartet bereits drei Monate nach ihrem Start mit einem umfangreichen Angebot auf: Haftpflicht, Kfz, Hausrat, Rechtsschutz, Kranken- und Auslandsversicherung, Unfall und Wohngebäudepolice können online abgeschlossen werden. Lebensversicherungen sollen folgen.
Die Mamax geht einen anderen Weg. Die Online-Tochter der Mannheimer Versicherung will sich auf Vorsorgeprodukte spezialisieren und verzichtet auf den breiten Policenmix. Bisher im Angebot: eine Rentenpolice. Kapitalleben, Risikoleben und Berufsunfähigkeit sind geplant. Problem der Offerten: Ausgerechnet bei diesen Versicherungen ist der Beratungsbedarf am größten, die Wahrscheinlichkeit, sich ohne Hilfe für eine falsche Vertragsgestaltung zu entscheiden, ist hoch - zumal dem Kunden per Bausteinprinzip eine Fülle von Varianten angeboten wird. Das ist auch der Grund, weshalb die Meinung innerhalb der Branche über die Zukunft der Online-Assekuranz weit auseinander geht. Vor allem im Zielfeuer: der direkte Internet-Vertrieb ohne Call-Center. Schließlich geht der Trend im Finanzsektor zu umfassenden Dienstleistungen über möglichst viele Vertriebskanäle. Die aktuelle Studie "WebInsurance" des jungen Frankfurter Internet-Marktforschers Speedfacts sieht die reinen Web-Versicherer deshalb an einer Wegscheide: Diese müssten entweder den hohen Serviceerwartungen der potenziellen Kunden entgegenkommen oder aber auf die Zukunft und eine uneingeschränkte Akzeptanz des Mediums Internet warten. Aber das kann dauern. Internet-affine Versicherungskunden können derzeit jedenfalls qualitativ hochwertige Policen günstig einkaufen und die Vertragsprovision einsparen. Und zwar auch gegenüber den Maklerplattformen im Internet. Damit Kunden noch besser vergleichen können, ist Ineas gleich eine Kooperation mit der Versicherungsplattform Einsurance eingegangen, und auch die Huk24 hat mehrere strategische Partner. In deren Vergleichsrechnern tauchen dann auch die Tarife der Internet-Versicherer auf. |