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Net Investor, May 2000 |
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| Versicherung mit Eigeninitiative
Versicherungen sind bei den Kunden bisher nicht als Inbegriff von Transparenz und schneller Abwicklung bekannt. Der holländische Anbieter Ineas will das ändern – mit Hilfe des Internet „Wenn Sie uns einen Brief schreiben wollen, bitte, dann schreiben Sie uns einen Brief", sagt Niek Ligtelijn, Firmengründer und Vorstandsvorsitzender der holländischen Ineas Insurance Company. „Wir werden Sie nach Kräften auf dem von Ihnen gewählten Weg unterstützen." Grundsätzlich stehe jedem Kunden natürlich jederzeit der Kommunikationsweg offen. Aber ihre Stärke will die Ineas-Versicherung online ausspielen. Dort will sie einen Service bieten, von dem die Kunden herkömmlicher Versicherungen bisher träumen. Ein Beispiel ist Primes®, das kostenlose Riskmanagement-Tool auf der Homepage ( www.ineas.de). Bei Ineas setzt man auf Selbstbestimmung und Kompetenz der Kunden. Der Kunde erstellt sich sein persönliches Risikoprofil, bekommt Hinweise auf mögliche Versicherungen und Tipps zu Prophylaxe und Schadenminderung. Ob und wie er sich versichert, was er versichert und bei wem er eine Police erwerben will – Ineas gibt an, die Kunden nicht drängen zu wollen. Ineas wird auch nicht immer das billigste Angebot machen. „Wir verkaufen keine Discount-Versicherungen", positioniert sich Ligtelijn im preislichen Mittelfeld der Anbieter. „Doch wir bieten einen optimalen Service für Privatkunden." Neben dem geringen Aufwand beim Online-Abschluss einer Versicherung steht der durchgängige Service im Schadenfall im Mittelpunkt der Ineas-Anstrengungen. „Stellen Sie sich vor, Sie hatten einen Unfall", sagt Ligtelijn. „Im seltensten Fall werden Sie eine Online-Meldung an der Unfallstelle absetzen können, oft aber können Sie telefonieren. Unsere Mitarbeiterin im Call-Center nimmt Ihre Meldung sofort auf und leitet sie weiter. Wenn Sie bei nächster Gelegenheit ins Internet schauen, können Sie über eine persönliche Zugangsnummer den aktuellen Bearbeitungsstand Ihres Schadens im Dossier mitverfolgen."Bei Haftpflicht- oder Hausratschäden ist die Sache einfacher. Hier kommt das elektronische Formular zum Einsatz, das
die Kunden am Bildschirm ausfüllen und zu Ineas mailen. Die Versicherung balanciert zwischen dem Seriositätsanspruch der Branche und der Schnelligkeit des Online-Marktes. Produkte müssen den nationalen Märkten entsprechen, Rahmenbedingungen und Risikoeinstufungen unterscheiden sich beispielsweise in der Kfz-Versicherung immens. Zu Beginn setzt die junge Versicherung auf vergleichsweise einfache Angebote wie Haftpflicht und Hausrat. Wohl auch aus Gründen der Marge, die nach dem harten Konkurrenzkampf bei der Kfz-Haftpflicht in den vergangenen Jahren immer magerer geworden ist. Oberstes Gebot ist die Einhaltung strengster Sicherheitslinien – bei Online-Verträgen ein entscheidender Vertrauensfaktor. „Wir gehen mit neuen Angeboten erst auf den Markt, wenn alle Sicherheitserfordernisse erfüllt sind." Um trotz schnellem Service niedrige Vertriebs- und Verwaltungskosten zu gewährleisten, lagert das Unternehmen wichtige Teilfaktoren aus. Mit nur 15 Angestellten in Amsterdam und 100 Mitarbeitern und Partnern in mehreren EU-Ländern verfügt Ineas über einen kleinen,
nach eigener Einschätzung zukräftigen Entwicklungs- und
Organisationsapparat. Zugleich profitiert der Versicherungsträger vom
Knowhow seines Teams. Das soll letztlich dem Kunden zugute kommen. Ligtelijn ist sicher, dass sich eine Online-Assekuranz mit Information, Qualität und Service auf Dauer durchsetzen kann. „Leistungsstarke Dienstleistungen und Standardprodukte sind sehr gut für den elektronischen Handel geeignet. In Europa werden im Jahr 2004 zwischen 15 und 20 Prozent der Lebens- und Sachversicherungen online verkauft werden. Im Kfz-Bereich wird der Prozentsatz höher liegen." An neuen Ideen mangelt es nicht: Als nächster Service ist ein Bonus-Malus-Kalkulator geplant, mit dem jeder Kunde berechnen kann, wann es sich lohnt, einen Schaden selbst zu tragen oder der Versicherung zu melden.
Fakten und Zahlen Firmensitz : Amsterdam, Niederlande, Gründungsjahr: 1997
Zulassung der niederländischen Aufsichtsbehörde 1998 |