Handelsblatt, 09/02/00

 

Ineas demnächst auch in Deutschland

Online-Versicherer kämpfen um Kunden

Düsseldorf

Allmählich kommt Bewegung ins Netz der Assekuranzgesellschaften: Die Niederländische Ineas Insurance Company N.V. kündigte ihre Offensive auf den deutschen Markt an. Wenige Tage zuvor hatte die General Life Insurance Company of America (Handelsblatt vom 31.1.2000) ihre Suche nach einem deutschen Partner für das virtuelle Versicherungsgeschäft verkündet. In den Niederlanden sind die Amerikaner bereits mit der 'Basic-Life' im Internet vertreten. Tradiotionelle deutsche Firmen tun sich mit einem reinen Internet-Auftritt noch recht schwer. Auch stehen aufsichtsrechtliche Bedenken im Wege. Beispielsweise ist in Deutschland nach wie vor die Unterschrift erforderlich. Die unterschiedlichen Aufsichtsvorschriften in den verschiedenen Ländern sind auch der Grund, weshalb General Life im Ausland nur mit lokalen Franchise-Partnern auf Internet-Seiten geht. Demgegenüber sucht Ineas den direkten, grenzüberschreitenden Zugang in Europa. Der Nabel ist Amsterdam. Allerdings wird der deutsche Auftritt von einem Kölner Büro aus begleitet, das aber keine Niederlassung ist, wie Ineas-Vorstand Wolfgang Franke gegenüber dem Handelsblatt betont.

Die Internet-Seite ist zwar noch nicht fertig, soll aber Ende Februar unter www.ineas.de erreichbar sein. Das gleiche ist für Belgien, Frankreich und Großbritannien geplant. In den Niederlanden vertreibt Ineas seit seinem Online-Marktaufritt im Oktober Auto-, Privathaftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude- und Unfallversicherungen. Die Preise sollen auf dem Niveau der Direktversicherer liegen. Für Ineas zählt vor allem der Servicenutzen.

Das Unternehmen ist von Grund auf europäisch angelegt. Vorstand und die 15 Mitarbeiter sind verschiedener Nationalität. Gleich drei internationale Rückversicherer beraten den Neuling: Die französische Scor, die Kölnische Rück und die Schweizer Rück. Anteilseigner sind internationale Finanzunternehmen, etwa die zur Schweizer Rück gehörende Securitas Capital.

Bis auf die Steuerung, die Kapitalanlage und das Zeichnen von Risiken (Underwriting) sind die Produktionsprozesse auf Partner ausgelagert. Beispielsweise erledigt die Dekra-Tochter ISB europaweit die Schadenabwicklung. Sie stellt auch den erforderlichen Schadenregulierer in den jeweiligen Ländern.Top of page