Düsseldorf
Allmählich kommt Bewegung ins Netz der Assekuranzgesellschaften: Die
Niederländische Ineas Insurance Company N.V. kündigte ihre Offensive auf
den deutschen Markt an. Wenige Tage zuvor hatte die General Life Insurance
Company of America (Handelsblatt vom 31.1.2000) ihre Suche nach einem
deutschen Partner für das virtuelle Versicherungsgeschäft verkündet. In
den Niederlanden sind die Amerikaner bereits mit der 'Basic-Life' im
Internet vertreten. Tradiotionelle deutsche Firmen tun sich mit einem
reinen Internet-Auftritt noch recht schwer. Auch stehen
aufsichtsrechtliche Bedenken im Wege. Beispielsweise ist in Deutschland
nach wie vor die Unterschrift erforderlich. Die unterschiedlichen
Aufsichtsvorschriften in den verschiedenen Ländern sind auch der Grund,
weshalb General Life im Ausland nur mit lokalen Franchise-Partnern auf
Internet-Seiten geht. Demgegenüber sucht Ineas den direkten,
grenzüberschreitenden Zugang in Europa. Der Nabel ist Amsterdam.
Allerdings wird der deutsche Auftritt von einem Kölner Büro aus
begleitet, das aber keine Niederlassung ist, wie Ineas-Vorstand Wolfgang
Franke gegenüber dem Handelsblatt betont.
Die Internet-Seite ist zwar noch nicht fertig, soll aber Ende Februar
unter www.ineas.de erreichbar sein. Das gleiche ist für Belgien,
Frankreich und Großbritannien geplant. In den Niederlanden vertreibt
Ineas seit seinem Online-Marktaufritt im Oktober Auto-,
Privathaftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude- und Unfallversicherungen. Die
Preise sollen auf dem Niveau der Direktversicherer liegen. Für Ineas
zählt vor allem der Servicenutzen.
Das Unternehmen ist von Grund auf europäisch angelegt. Vorstand und
die 15 Mitarbeiter sind verschiedener Nationalität. Gleich drei
internationale Rückversicherer beraten den Neuling: Die französische
Scor, die Kölnische Rück und die Schweizer Rück. Anteilseigner sind
internationale Finanzunternehmen, etwa die zur Schweizer Rück gehörende
Securitas Capital.
Bis auf die Steuerung, die Kapitalanlage und das Zeichnen von Risiken
(Underwriting) sind die Produktionsprozesse auf Partner ausgelagert.
Beispielsweise erledigt die Dekra-Tochter ISB europaweit die
Schadenabwicklung. Sie stellt auch den erforderlichen Schadenregulierer in
den jeweiligen Ländern.